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Schulprogramm der Allmersschule

 
 
 



1. Ausgangslage und Bilanz


 1.1. Handlungsrahmen und Bedingungen an der Allmersschule

 

Die Allmersschule gibt es an diesem Standort seit über 100 Jahren, das jetzige Gebäude seit über 50 Jahren. Hier lernen und arbeiten zurzeit ca. 210 Kinder, 13 LehrerInnen, 6 Betreuungskräfte, eine Sekretärin, eine Schulsozialarbeiterin, eine Bürgerarbeiterin und ein Hausmeister.

Seit 18 Jahren werden Kinder mit Sprach-, Entwicklungs- und Lernstörungen aus unserem Schulbezirk integrativ unterrichtet. Diese Kinder werden durch zwei Sonderpädagoginnen gefördert und betreut, sowohl im Klassenverband als auch in externen, kleinen Fördergruppen.

Das Kollegium der Allmersschule besteht aus 10 Klassenlehrer- Innen, 2 Sonderpädagoginnen, 1 Referendarin, 1 Erzieherin und Schulleiterin. Das Durchschnittsalter beträgt 43,8.

Die Verlässlichkeit der Grundschule bis 13.00 Uhr stellen 6 Betreuungskräfte sicher. Seit 2006/2007 nehmen alle Schüler verbindlich als Klassenverband an der Betreuung teil.

Das Einzugsgebiet der Allmersschule ist geprägt durch Mietblöcke. Es zählt auch ein kleines Einfamilienhausviertel dazu, viele dieser Kinder besuchen aber die benachbarte katholische Privatschule. Der Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler beträgt 20%, die aus über 10 verschiedenen Nationen kommen. Dazu kommen noch die Kinder mit einem Migrationshintergrund aus Osteuropa (ca. 10%), was sich aber aus Statistiken nicht entnehmen lässt. Seit etwa 2 Jahren kommen noch Zuwanderer aus Kriegsgebieten und aus anderen EU Staaten dazu. Viele Kinder leben in Familien, die Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beziehen (etwa 70%) dazu kommen die Familien mit sehr geringem Einkommen trotz Arbeit. Viele Kinder wachsen bei nur einem Elternteil auf (ca. 45%). Die Fluktuation ist verhältnismäßig hoch.

Die Schulanfangsdiagnostik „Mirola“ wird seit 11 Jahren durchgeführt. Danach wird der Förderbedarf für die einzelnen Kinder festgelegt. Die Förderschwerpunkte werden gezielt auf die einzelnen Kinder zugeschnitten, teilweise durch Binnendifferenzierung oder auch durch Arbeit in der Kleingruppe außerhalb des Klassenverbandes. Außerdem können wir seit 7 Jahren außerschulische Förderung nach Unterrichtsschluss anbieten. Bei immer mehr Kindern besteht ein Förderbedarf in einzelnen oder mehreren Bereichen.

Bereits vor Schuleintritt der Kinder führen wir an der Schule den Cito-Test durch, um die Sprachfähigkeiten der Kinder festzustellen. Dabei ergab sich ein Förderbedarf sowohl von Kindern mit Deutsch als Muttersprache als auch von Kindern mit Migrationshintergrund von insgesamt ca. 30%.

Seit dem Sommer 2005 finden verpflichtende Übergangsgespräche mit den Erzieherinnen der Kindertagesstätten statt. Die erstellten Protokolle werden gesammelt und liefern in vielen Fällen hilfreiche Informationen.



1.2 Bilanz



1.2.1 Das können wir gut



Unterricht: Lernen an Stationen, Rituale, Experimente



Die Schüler werden zur selbstständigen Arbeit geführt und unterstützen sich gegenseitig. Zusammenarbeit in den Jahrgangsteams führt zu immer mehr gemeinsamen Unterrichtsprozessen. In immer mehr Klassen findet erfolgreich Arbeit an Stationen statt. So sind z.B. Sachkundestationen für alle Klassen ein fester Bestandteil des Unterrichts. Die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen wie „Sommerschule Wasser“, „Geotag“ und „ESP-Projekte“ haben zu mehr Experimentier-freudigkeit im Unterricht geführt. Die Differenzierung in Einzel- und Gruppenarbeit findet besonders für die schwachen SchülerInnen in allen Klassen statt und auch immer häufiger für die Leistungsstarken. In allen Klassen wird mit dem Leseprogramm Antolin gearbeitet. Für alle Kinder sind feste Rituale und Regeln von großer Bedeutung, deshalb schafft der Morgenkreis als festes Ritual in allen Klassen Orientierung und Sicherheit.


Gestaltung der Lernumgebung



Jede Klasse hat ihren Klassenraum nach ihren Bedürfnissen nett gestaltet. Auch die Förder- und Betreuungsräume sind für die Bedürfnisse der SchülerInnen eingerichtet. Jede Klasse verfügt über Computer mit Internetzugang und eine kleine Klassenbücherei.

Schulleben



Auch wenn die meisten Eltern sich nur zögerlich an schulischen Veranstaltungen beteiligen, finden regelmäßig im Jahr mehrere davon in der Turnhalle und der Aula statt (Karneval, Spielefest zu Ostern, Sommerfest, Laternelaufen, Weihnachtsfeier, Weihnachtsmärchen, Lesefest, Lesenacht, Hörnacht). In unserer Schule wird ab der zweiten Klasse Flötenunterricht angeboten, außerdem gibt es ein Schulorchester.

In der Allmersschule arbeitet ein Leseclub. Die Aula ist renoviert, verfügt über einen Medienbereich und ist mit Musikinstrumenten sehr gut ausgestattet. Auch eine modern eingerichtete Küche ist im Keller vorhanden.

Seit November 2007 findet regelmäßig eine Frühbetreuung ab 07.15 Uhr mit Frühstücksangebot statt. Seit Frühjahr 2006 arbeitet eine Gruppe an der Umgestaltung des Schulgeländes zum naturnahen Spiel, Bewegungs- und Erfahrungsraum. Als erster Schritt wurden im Sommer 2006 neue Spielgeräte aufgebaut. Dank einer Spende der GEWOBA haben wir seit April 2014 eine Spieleausleihe für die große Pause. Auch seit April 2014 gibt es ein Fußballfeld, Sitzgelegenheiten und zwei neue Spielgeräte aufgebaut. Wir arbeiten eng mit den umliegenden Kindertagesstätten zusammen. Im Rahmen von Patenschaften lesen Grundschüler regelmäßig in den Kindertagesstätten vor. Eine Kollegin arbeitet in dem stadtübergreifenden Arbeitskreis „Grundschule-Kitas“ mit.

In der Allmersschule findet ab der 1. Klasse ein Sozialtraining („Verhaltenstraining für Schulanfänger mit Ferdi“) statt. In der Schule bestehen Patenschaften zwischen Erst- und Drittklässlern, um die Eingewöhnung zu erleichtern und das Miteinander zu fördern. Die Allmersschule hat eine Schulordnung, die in allen Klassen besprochen wird und auch überall ausgehängt ist. Auch die Eltern werden bei der Anmeldung darüber informiert. Betreuungskräfte, Eltern und Lehrerinnen sind als Mediatoren ausgebildet, es finden regelmäßige Mediationsangebote statt, die im Stundenplan ausgewiesen sind. Seit dem Schuljahr 06/07 arbeiten in den großen Pausen ausgebildete Schülerstreitschlichter. Jedes Jahr bilden wir am Anfang des Jahres neue Schülerstreitschlichter der 2. und 3. Klassen aus.


Gestaltung des Schulanfangs: Schulanfangsbeobachtungen



Die Diagnostik am Schulanfang hat sich durch die Einführung verschiedener Verfahren deutlich verbessert. So findet regelmäßig der Cito-Test schon weit vor Schuleintritt statt, so dass schon vor Schulbeginn gezielt gefördert werden kann. Es finden ausführliche Übergabegespräche mit den Kindertagesstätten statt. Danach werden noch intensive Gespräche mit den Eltern und den zukünftigen SchülerInnen geführt. So sind schon viele Förderbedarfe vor Schuleintritt bekannt. Durch das seit elf Jahren stattfindende Mirola-Beobachtungs-verfahren werden noch einmal Förderbedarfe erkannt.


Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen



Um die Kinder in ihrer Entwicklung besser verstehen und gezielter fördern zu können, arbeiten wir eng mit den Institutionen zusammen, bei denen unsere Kinder therapeutische und/oder sozialpädagogische Unterstützung erhalten. Wir pflegen auch enge Kontakte zum REBUZ, Erziehungsberatungsstellen, Tagesgruppen, „Strohhalm“, Ergotherapeuten, Jugendhilfe usw.. Sobald Kinder unserer Schule therapeutische oder sozialpädagogische Unterstützung erhalten, ist es bei uns Prinzip, dass die Lehrkräfte, sofern die Elterneinwilligung vorliegt, Kontakt zur Einrichtung aufnehmen. Uns ist wichtig, ein gemeinsames Konzept zu erstellen um möglichst optimale Hilfe zu gewährleisten.


Schülermitbestimmung



Klassensprecher werden ab der zweiten Klasse gewählt. Dieser Schülerrat arbeitet in regelmäßigen Abständen in einer AG unter Leitung einer Kollegin, so können sie schon in der Grundschule Demokratie üben. An der Erstellung der Schulregeln waren der Schülerrat und auch alle Kinder in den Klassen beteiligt.


Elternarbeit



Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kollegium ist uns zur Gestaltung eines lebendigen Schullebens sehr wichtig. Neben den rechtlich geregelten Mitbestimmungsmöglichkeiten der Gremienarbeit, nimmt unsere Elternschaft noch andere Gelegenheiten wahr um aktiv am Schulleben teilzunehmen. Bei der Durchführung von Sportveranstaltungen und Schulfesten unterstützen sie die Lehrkräfte. Sie helfen beim Basteln und Backen, begleiten Schulausflüge oder lesen mit einigen Kindern. Unsere Schüler werden auch durch den Förderverein sowohl finanziell als auch durch das Mitwirken bei Schulveranstaltungen unterstützt.



Öffnung der Schule, Zusammenarbeit mit Partnern



Die interdiziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Institutionen ist ein fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit in der Allmersschule:

Stadttheater
Geestemünder Sportverein
Basketballverein „Die Eisbären“
Schullandheim Bokel
Polizei
Zoopädagogen
Feuerwehr
Bauernhöfe
Handwerksbetriebe
Busschule
Zirkus (Mitmachzirkus Eldorado)
Autoren
usw. .

Es ist uns wichtig, unseren SchülerInnen eine große Palette von Angeboten zu bieten um sich Lerngegenständen über verschiedene Sinne zu nähern.

1.2.2. Das müssten wir noch verbessern




Koordination der Fördermaßnahmen



Nach der umfangreichen Diagnostik am Schulanfang müssen noch gezielter Fördermaßnahmen beginnen. Nach der Mirola-Untersuchung findet jedes Jahr eine ausführliche Besprechung mit allen beteiligten LehrerInnen statt. Wir haben begonnen fortlaufend Absprachen zwischen den verschiedenen FörderlehrerInnen und den KlasselehrerInnen zu treffen. Wir sind dabei die Fördermaßnahmen noch zu intensivieren.


Umgang mit Heterogenität



Die SchülerInnen der Allmersschule kommen aus über zehn verschiedenen Nationen, die Klassen sind auch sonst sehr heterogen zusammengesetzt, wobei es in der Regel nur wenig leistungsstarke SchülerInnen gibt. Wir müssen daran arbeiten dieses als Herausforderung und Chance zu begreifen. Jedes Kind muss in seiner Unterschiedlichkeit angenommen und gefördert werden.


Teamarbeit



Die Teamarbeit wird weiter intensiviert. Besonders an den Schnittstellen zwischen Grundschul- und Sonderpädagogik sowie der Betreuung und dem Unterricht arbeiten wir permanent an einer engeren Verzahnung.


Erweiterung offener und differenzierter Arbeitsformen



An unserer Schule finden unterschiedliche Unterrichtsformen statt. Zunehmend wird in den Klassen auch an Stationen, mit Wochenplänen und fächerübergreifend gelernt. Deshalb werden wir gerade wegen der Heterogenität unserer SchülerInnen noch viel differenzierter arbeiten, um allen gerecht zu werden.


Mathematik



Da wir bei immer mehr Kindern an unserer Schule Schwierigkeiten im Bereich Mathematik feststellen, ergibt sich ein weiterer Arbeitsschwerpunkt. Wir werden uns als Kollegium mit Hilfe von Fortbildungen mit dieser Thematik auseinander setzen, um dann geeignete Fördermaßnahmen zu entwickeln.

2. Leitbild und Ziele



2.1. Leitbild



 



Seit 2002 arbeitet das Kollegium der Allmersschule in dem EU-Projekt „Mut gegen Gewalt“ sehr erfolgreich mit. Das ganze Kollegium ist einbezogen. Wir haben vier Lehrerinnen und Lehrer, die als Mediatoren ausgebildet sind und in dieser Funktion tätig sind. Es gibt regelmäßige Mediationsstunden, die im Stundenplan ausgewiesen sind. Auch Eltern und Betreuungskräfte sind in dieses Projekt integriert. Seit dem Schuljahr 06/07 arbeiten in den Pausen ausgebildete Schülerstreitschlichter.

Wir bilden jedes Jahr neue SchülerInnen zu Streitschlichtern aus, die dann in einer AG weitergeschult werden. Die Mediation hat inzwischen einen festen Platz in der Struktur unserer Schule bekommen. Streitschlichter sind Schüler und Schülerinnen, die bei Konflikten unter Mitschülern als neutrale Vermittler ihre Hilfe anbieten. Diese Tätigkeit erfordert sowohl Engagement und Einfühlungsvermögen als auch Kenntnisse über die Entstehung und Schlichtung möglicher Konflikte. Da die Erarbeitung und Festigung dieser Grundlagen nicht nebenbei in AG-Stunden zu erreichen sind, führen wir jedes Jahr eine Schulung mit ausgewählten SchülerInnen in einer Kompaktwoche durch. In dieser Woche arbeiten die SchülerInnen von Montag bis Freitag in der Zeit von 08.00 bis 16.00 Uhr an einem Ort außerhalb der Schule. Wir beginnen bereits in den ersten Klassen mit Sozialtraining und haben gemeinsam mit den SchülerInnen eine Schulordnung erstellt.

Schon bei Eintritt in unsere Schule versuchen wir unsere SchülerInnen an Grundlagen des sozialen Miteinanders und Basiskompetenzen der Mediation heranzuführen. Deshalb wird seit 4 Jahren ein umfangreiches Sozialtraining durchgeführt (jetzt als fester Bestandteil in den 1. Klassen). Dieses basiert auf dem Konzept „Verhaltenstraining für Schulanfänger“ mit der Handpuppe „Ferdi“ von F. Petermann/N. Gerken, H. Natzke/H.-J. Walter.

Um eine Weiterarbeit mit den Kompetenzen unserer SchülerInnen im Sek I Bereich zu gewährleisten, haben wir Kontakt zu den übernehmenden Schulen aufgenommen.


Deshalb heißt unser Leitbild:

Allmersschule ---- eine friedliche Schule



Wir akzeptieren Konflikte und nehmen uns Zeit für ihre Lösungen: Ächtung von körperlicher Gewaltanwendung bei allen Auseinandersetzungen, Verbesserung der Sprachfähigkeit, Stärkung der Kompromissbereitschaft.

Wir wollen einen partnerschaftlichen, freundlichen und friedlichen Umgang aller Mädchen und Jungen, aller Lernenden und Lehrenden, aller Eltern unserer Schule.

Wir wollen, dass die Kinder lernen Verantwortung für sich selbst zu tragen, für andere Kinder, für anvertraute Sachen, für Natur und Umwelt um uns herum.

Wir wollen das Selbstwertgefühl jedes einzelnen Kindes stärken und ihm Mut machen zur Selbstständigkeit.

Wir wollen zur Gleichberechtigung als eine selbstverständlich gelebte Einstellung erziehen (Überwindung geschlechtlicher, sozialer und kultureller Vorurteile, gemeinsam lernen, arbeiten, spielen).

 

2.2 Ziele

 

 

Um uns unserem pädagogischen Leitbild zu nähern, verfolgen wir folgende Ziele:

Alle Kinder sollen weiterhin schon in der ersten Klasse Sozialtraining erhalten.

Die Streitschlichterausbildung für SchülerInnen ist zum festen Bestandteil des Schullebens geworden und die Streitschlichtung durch SchülerInnen ebenfalls. Neben dem bereits vorhandenen Mediationsraum ist ein Schülerstreitschlichterraum eingerichtet. Wir wollen mit einigen der weiterführenden Schulen ein Konzept zur engeren Zusammenarbeit und Verzahnung im Bereich Mediation entwickeln.

Nach und nach werden alle KollegInnen in diesem Bereich weiter fortgebildet.

Die Schulregeln werden weiterdiskutiert, weiterentwickelt, umgesetzt und gegebenenfalls ergänzt.

Alle Schüler und Eltern werden informiert und unterzeichnen einen Vertrag.

Die Schülermitverwaltung wird ausgebaut und beschäftigt sich auch mit diesem Thema, damit auch aus diesem Bereich Verbesserungsvorschläge aufgenommen werden können.

Die Eltern und der Elternbeirat werden stärker mit einbezogen.



 



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